Eine Sanierung im laufenden Schulbetrieb ist eine Zumutung.

Die Gegner eines Neubaus vertreten die Auffassung, dass die Schule im laufenden Schulbetrieb saniert werden kann. Das wäre angeblich gar kein Problem. Schauen wir uns mal an, was das bedeutet:

Eine umfassende Sanierung bzw. Modernisierung der Schule heißt, dass Teile der Schule abgerissen und anschließend neu aufgebaut werden. Ein neues Gebäude wird errichtet. Das Hauptgebäude wird umfassend umgebaut. Ein anderes Gebäude wird aufgestockt. So sollte es jedenfalls bei einer Modernisierung sein, die den Namen auch verdient. Oder soll etwa doch nur ein wenig frische Farbe an die Wand gestrichen und die gröbsten Missstände behoben werden, wenn die Neubaugegner von einer Sanierung sprechen?

Unterstellen wir mal eine echte Modernisierung. Dann ist mit Baulärm zu rechnen – nicht gut für die Konzentration. Es arbeiten Bagger und andere interessante Maschinen in Sichtweite der Schüler. Was finden die Schüler wohl spannender, die Baumaschinen oder die Regeln der Kommasetzung, quadratische Gleichungen oder die französische Revolution? Vermutlich gewinnen zumindest bei einer Reihe von Schülern die Baumaschinen – auch nicht gut für erfolgreiches Lernen.

Nach einer anstrengenden Unterrichtsstunde mit reichlich Ablenkung, haben sich die Schüler eine Pause verdient. Aber wo verbringen sie die? Der obere Schulhof wird zum Teil abgesperrt sein. Da ist eine Baustelle. Irgendwo muss das Baumaterial lagern, die Maschinen stehen. Sicherheitsabstände sind einzuhalten. Auf dem unteren Schulhof? Nein, da wird ja auch ein Gebäude gebaut. Auf den Parkplätzen? Nein, da stehen die Container, die die nicht nutzbaren Räume ersetzen. Es wird wohl eng werden mit dem Raum für die Pause.

Die Schüler bewegen sich praktisch immer in der Nähe von Baustellen mit all den damit verbundenen Gefahren. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass in unsere Schule nicht nur Teenager gehen, die (hoffentlich) auf sich aufpassen können, sondern auch Schulanfänger, die gerade mal 6 oder 7 Jahre alt sind.

Das waren jetzt alles emotionale Argumente. Es gibt aber auch ganz sachliche, finanzielle Argumente, die gegen eine Sanierung im laufenden Schulbetrieb sprechen.

Eine Schule, in der über einen langen Zeitraum gebaut wird, ist unattraktiv. Da wir freie Schulwahl haben, werden sich vermehrt Eltern gegen die Flintbeker Schule entscheiden. Das heißt, Flintbeker Kinder gehen woanders zur Schule. Die Gemeinde muss „Schulgeld“ zahlen. Eltern aus anderen Gemeinden werden ihre Kinder nicht mehr so häufig nach Flintbek schicken. Das bedeutet weniger „Schulgeld“, das in die Kassen der Gemeinden fließt. Eine Sanierung kostet die Gemeinde also richtig Geld, zusätzlich zu den eigentlichen Sanierungskosten.

Und zudem stellt sich doch auch die Frage, wie lange die Modernisierung eigentlich dauern wird? Werden An-, Um- und Neubauten alle tatsächlich auf einmal bzw direkt hintereinander weg erfolgen? Oder doch immer nur Stück für Stück, nämlich dann, wenn die Gemeinde den nächsten Kredit finanzieren kann und will. Ein Neubau wird geplant und in einem Zug fertiggestellt.

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