Meinungen – Frank-Peter Wendt

Liebe Flintbekerinnen und Flintbeker,

was ist los in unserer Gemeinde? Warum werden Anstand, gutes Benehmen und sachlicher Meinungsaustausch von einigen Beteiligten vergessen, wenn es um das Thema „Schule“ geht? Da werden Lehrer diffamiert, dem Schulleiter werden unlautere Motive unterstellt, Expertenurteile werden ignoriert, mühsam ausgearbeitete Konzepte werden lächerlich gemacht. Einige wenige Personen, die kaum einen Bezug zur Schule haben, versuchen, diese in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken, um die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Das alles unter dem Vorwand, sich um das Wohl der Gemeinde zu sorgen. Das ist unredlich und verlogen.

Die Gemeinde stand vor einer wichtigen Entscheidung. Die Gemeindevertreter haben demokratisch entschieden, dass die Schule neu gebaut wird. Eine gute Entscheidung. Sie orientiert sich nicht an Wahlperioden, an kurzfristigen Finanzplänen, am Klein-Klein. Nein, sie ist eine Entscheidung auf lange Sicht. Nicht ständig Geld für Reparaturen und Instandhaltung ausgeben, sondern einmal richtig investieren, damit Generationen von Flintbeker Kindern an einer modernen Schule lernen können. Das ist weitsichtige Politik.

Natürlich gibt es noch einige Hürden, bis eine tragfähige Finanzierung steht, die unsere Gemeinde zwar fordert, aber nicht überfordert. Statt sich in den Sitzungen gegenseitig anzugreifen, sollten die Gemeindeverterter aller Fraktionen lieber an Ideen arbeiten, wie das Konzept „Schulneubau“ realisiert werden kann. Dass es nicht gleich nach dem „NEIN“ im Bürgerentscheid losgeht, ist doch klar. Aber dann gibt es endlich ein klares Ziel – eine neue Schule. Werden sich dann UWF und CDU eigentlich weiter verweigern oder ziehen sie dann endlich mit den anderen Parteien an einem Strang?

Ja, die Steuern und Abgaben steigen. Mich trifft es dreifach, als Unternehmer (Gewerbesteuer), Grundbesitzer (Grundsteuer) und Hundehalter (Hundesteuer). Abgesehen davon, dass die Steuern ganz unabhängig von der Schulproblematik steigen, sehe ich meine Steuergelder dann lieber in einer neuen Schule als für Flickschusterei an der alten ausgegeben. Und um öffentliche Einrichtungen wie Bücherei, Freibad und VHS mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Flintbek muss attraktiv für jetzige und zukünftige Einwohner sein und bleiben. Neue Baugebiete sollen sich füllen. Da kann keine Gemeindevertreter gegen diese Einrichtungen stimmen.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu den Lehrerinnen und Lehrern an unserer Schule. Unsere beiden Kinder gehen hier in Flintbek in die Sekundarstufe. Bei beiden wurde erwartet, dass sie ans Gymnasium gehen. Haben wir nicht gemacht, weil wir die Lehrer an unserer Schule überwiegend (nicht alle, aber das ist überall so) als sehr engagiert, fachlich kompetent, kritikfähig und menschlich sehr in Ordnung erlebt haben. Wir haben immer das Gefühl gehabt, dass unsere Kinder in der Schule am Eiderwald sehr gut aufgehoben sind. Die Klassen unserer Kinder hatten mit Inklusion, Flüchtlingskindern, zu kleinen Räumen, fehlenden Garderoben, fehlenden Spinden und und und zu kämpfen. Trotzdem mögen wir die Schule am Eiderwald und haben Vertrauen in die Lehrerinnen und Lehrer, denn das Team der Schule hat aus allem das Bestmögliche gemacht. Was wird dieses Lehrerteam erst leisten können, wenn es sich an einer modern ausgestatteten Schule mit ausreichend Platz richtig entfalten kann und nicht ständig Energie darauf verwenden muss, den Mangel zu bewältigen?

Von mir gibt es ein klares „NEIN“ zum Erhalt der Schule am alten Standort. Ich freue mich darauf, dass Flintbek eine neue Schule bekommt, die unseren Ort für junge Familien noch ein Stück attraktiver macht.

Frank-Peter Wendt
Vater von 2 Kindern, die in der Schule am Eiderwald lernen
Vorsitzender des Schulelternbeirates der Schule am Eiderwald
Unternehmer in Flintbek

Darum beim Bürgerentscheid mit stimmen!